Die Tragödie von Solln 06-12-10

Januar 16, 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Am 6. Dezember fand das vierte und letzte Treffen des MRTM in diesem Jahr statt. Der Titel des Treffens war: „Die Tragödie von Solln“. So lautet auch der Titel eines preisgekrönten Dokumentarfilms von Autor und Regisseur Uwe Walter, der Hintergründe der Tat und seinen Film präsentierte und mit den Anwesenden diskutierte.

Der gewaltsame Tod des 50-jährigen Unternehmers Dominik Brunner durch Schläge und Fußtritte zweier jugendlicher Täter hatte landesweit Betroffenheit und Diskussionen zum Thema Zivilcourage und Gewalt ausgelöst. Brunner hatte Teenager in der Münchner S-Bahn vor den Übergriffen der Täter schützen wollen und hatte diesen Einsatz mit seinem Leben bezahlt.

Auch Uwe Walter war von dem Thema tief bewegt und persönlich betroffen. Fragen, die der Film nicht klären konnte oder durfte, konnten im kleinen Kreis angesprochen werden. Verschiedene Ansätze, Untersuchungen und Erfahrungen mit Gewalt und Gewaltprävention wurden unter dem Blickwinkel der mythologischen Betrachtungsweise diskutiert. Da das Thema keinen der Anwesenden unbeteiligt ließ, wurde auch der Wunsch geäußert, in Zukunft konkret etwas zur Gewaltprävention in unserer Gesellschaft – insbesondere zur Gewalt bei Jugendlichen – zu unternehmen.

Der MRTM wird hierzu einen kleinen Arbeitskreis interessierter Teilnehmer bilden und konkrete Ideen und Ansätze erarbeiten. Insgesamt waren 16 Teilnehmer des MRTM anwesend. Es wurden von den Teilnehmern EUR 50,- für das RoundTable® Programm der JCF gespendet, die an die JCF überwiesen wurden.

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GEWALT und FRIEDEN 08-03-10

Oktober 12, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

Faust - Detail Kain & Abel, Tilmann Krumrey Wir hatten beschlossen, das gewählte Thema „Frieden“ als erstes zu vertiefen. Als kleinen Einstieg, sollte jeder Teilnehmer seine mythologische Lieblingsgeschichte, aus der sich Einsichten über das Thema „Frieden“ gewinnen lassen, erzählen. Da auch aus dem Gegenteil Rückschlüsse zu ziehen sind, wurden auch Geschichten über Gewalt und Krieg zugelassen.

Es waren anfänglich nur 4 Personen, später 5 anwesend. Der Architekt und Kurator Hajo Bahner, Die Ärztin und Galeristin Dr. Michaela Prinzessin Wolkonsky, die Architektin, Videokünstlerin und Tänzerin Susanne Schütte-Steinig, der Filmschaffende und Betreiber der BRIENNER 48 David Pichler sowie der Künstler Tilmann Krumrey.

Weil nur der judeo-christliche Mythos von KAIN und ABEL  konkret vorbereitet war, haben wir den ins Deutsche übertragenen Urtext (die un-geglättete Version und nicht die gängige Übersetzung der Bibel) der Kain & Abel Geschichte durchleuchtet.

Es sind einige interessante Befunde herausgekommen hinsichtlich der Motive der beteiligten Figuren und den tieferen Deutungsebenen des Mythos. Die Geschichte scheint einen Prototyp für unsere westliche Zivilisation zu bilden. Interessante Aspekte warfen auch der Vergleich zu ähnlichen Geschichten anderer Kulturkreise (bspw. Kabil und Habil, Romulus und Remus, Cosmas und Damian) und die Betrachtung des Motivs der Zwei Brüder auf.

Inauguration 08-02-10

Oktober 12, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

Am 8. Februar 2010 fand die erste Sitzung des neu gegründeten Mythologischen RoundTable® München statt. Der Künstler Tilmann Krumrey hat diesen – unter dem Dach der Joseph Campbell Foundation – als zweiten Mythologischen RoundTable® in Deutschland ins Leben gerufen.

Dr. Joseph Campbell ist ein amerikanischer Mythenforscher, der vor allem im angelsächsischen Bereich bekannt geworden ist und der sich durch seinen kulturübergreifenden, vergleichenden Forschungsansatz ausgezeichnet hat.

Interessanterweise, hat er von 1928-29 sogar in München studiert:

Als ich als Student nach Europa ging, hatte ich Französisch praktisch von klein auf gelernt (tatsächlich jedoch kein Verständnis für die Sprache). Ich ging zur Alliance Francais und innerhalb von drei Monaten konnte ich Französisch sprechen und lesen und verstehen. Ich hatte nie deutsch studiert. Aber als ich erkannte, daß alles echte Lernen in Europa in Deutschland stattfand, schrieb ich an die Columbia [Universität], und fragte, ob sie mir ein Stipendium geben würden, um im nächsten Jahr nach Deutschland gehen zu können. Sie sagten: Ja, mach weiter! Also hatte ich deutsch zu lernen.
In drei Monaten konnte ich deutsch lesen und sprechen. Wenn du am richtigen Ort bist, von Begeisterung getrieben, und es ist die Melodie deines Lebens, kommen die Sprachen von alleine durch.

Auch insofern war es längst überfällig eine Münchner Gruppe zu gründen, denn es gab bislang in Deutschland nur eine Gruppe in Heidelberg. Es soll darum gehen, aus verschiedenen Blickwinkeln zu beleuchten, inwieweit die Einsichten aus der Mythologie neue Perspektiven auf gegenwärtige Themen erlauben. So war in der Einladung zur ersten Zusammenkunft in der BRIENNER 48 zu lesen, der sieben Personen Folge leisteten:

Die „glorreichen 7“ der Gründungssitzung waren der Bildhauer Tilmann Krumrey, Dr. Michaela Prinzessin Wolkonsky (Zahnärztin, Galeristin), Hajo Bahner (Architekt und Kurator),  Karl Schmitt-Walter (Volljurist, Kunstmanager und Opernkenner), Dr. Claus Stephani (Schriftsteller, Ethnologe, Kunsthistoriker, Märchensammler), Brigitte Stephani (Volkskundlerin, Kunstkritikerin, Publizistin) sowie die Journalistin Marina Jagemann (Ressortleiterin Madame, Ethnologin, PR Spezialistin).

Es wurde ein Überblick über das Werk von Joseph Campbell gegeben, einige Themenschwerpunkte beschlossen und organisatorische Fragen geklärt. Inhaltlich wurde das Thema „GEWALT und FRIEDEN“ begonnen, indem ein Film des Münchner Autoren und Filmemachers Uwe Walter angesehen und aus mythologischer Perspektive diskutiert wurde. Dabei sind einige interessante Zusammenhänge und Befunde aufgefallen.

Wo bin ich?

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